Thomas Hobbes

Leviathan ore the Matter, Forme, and Power of an Commonwealth, Ecclesiasticall an Civill, London 1651.

(deutsche Erstausgabe 1794/95 unter dem Titel: Leviathan oder Der kirchliche und bürgerliche Staat, 2 Bd.)

Dreimal hat Thomas Hobbes (1588-1679) seine Konzeption der politischen Philosophie systematisch dargelegt: im Jahre 1640 mit der erst posthum (1889) publizierten Schrift Elements of Law, im Jahre 1642 mit der Schrift De Cive und im Jahre 1651 mit seinem umfangreichstem und bedeutensten Werk, dem Leviathan.

Das Titelbild des Leviathan hat der Kupferstecher Wenceslaus Hollar, offensichtlich in enger Absprache mit Hobbes, angefertigt. Dies geschah vermutlich kurz vor der Publikation, als Hobbes in Paris lebte.

Im oberen Teil ist ein riesiger Mann, der in seiner rechten Hand ein Schwert und in seiner linken Hand einen Bischofsstab trägt, zu sehen. Der Mann, dessen Oberkörper und Arme aus vielen kleineren Menschen gebildet wird, die in andächtiger Verehrung auf sein gekröntes Haupt gerichtet sind, erhebt sich über eine Hügellandschaft.

Im unteren Teil des Bildes sind die weltlichen und geistlichen Symbole der Macht zu erkennen. Burg, Krone, Kanone, Lanzen und Gewehre in der Spalte unter dem Schwert des Leviathan sind die Mittel der weltlichen Macht. Kirche, Bischofshut, Bannstrahl, die Schlüsse und Beweisverfahren der scholastischen Philosophie (Dilemmata, Distinktionen usw.) sind die Mittel der geistlichen Macht.
Den Einsatz dieser Machtmittelzeigen die darunter angebrachten Szenen: eine offene Feldschlacht und eine theologische Disputation.

Maik Hager

Literaturhinweise:

a) Werkausgaben:

b) Sekundärliteratur:

c) Bildnachweis:

Mückler, Herfried, Thomas Hobbes, Frankfurt/Main, New York 1993 (Reihe Campus, Bd. 1068, Einführungen), S. 196.