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Hippel als Schriftsteller >>>

 

1. Biographische Notizen

Die Quellengrundlage jeglicher biographischer Beschäftigung mit der Person Hippels bilden, neben seiner leider unvollendet gebliebenen Autobiographie, die in Friedrich Schlichtegrolls [8] Nekrolog abgedruckten Ergänzungen, welche auf die Nachforschungen des Boxberger [9] Pfarrers Johann Friedrich Abegg (1765-1840) zurückgehen. Die Hippelsche Autobiographie und die später zusammengetragenen Ergänzungen erschienen erstmals in zwei Teilen im "Nekrolog der Teutschen" für die Jahre 1796, 2. Halbband, und 1797, 1. Halbband, (Gotha 1800 bzw. 1801). Das gesammelte Material war so umfangreich, dass der Herausgeber zunächst diese Zweiteilung vornahm, dann jedoch 1801 die Biographie mit allen Zusatzmaterialien in einem Band separat drucken ließ. [10]

Johann Friedrich Abegg war auf seiner Reise von Boxberg nach Königsberg in Gotha mit Schlichtegroll zusammengetroffen und dieser hatte ihn gebeten, ihm Informationen über Hippel für den Nekrolog zukommen zu lassen. Abegg willigte ein, und als er in Königsberg ankam, fand er reichlich Material. Freunde Hippels luden ihn zu sich ein und veranstalteten Gesellschaften, um des Verstorbenen zu gedenken. Auf seiner Rückfahrt erstattete Abegg Schlichtegroll mündlich Bericht, übergab ihm seine Aufzeichnungen und das gesammelte Material, das durch weitere Sendungen aus Königsberg ergänzt wurde. In der Folgezeit wandte sich Schlichtegroll direkt dort hin, besonders an Erzbischof Ludwig Ernst von Borowski (1740-1831) und an Kriegs- und Domänenrat Johann George Scheffner (1736-1820, Hippels Intimfreund). Beide arbeiteten in der Folgezeit an der Fertigstellung des Nekrologs redaktionell mit und verfassten eigene Beiträge.

Die 1796/97 herausgegebenen Teile und der 1801 herausgegebene Einzelband umfassen nicht das gesamte von Hippel hinterlassene autobiographische Material. Schlichtegroll hat es, wie er des Öfteren bemerkt, aus Platzgründen an einigen Stellen gekürzt, dann jedoch wiederum eigene, teilweise sehr ausführliche Kommentare hinzugesetzt. [11] Eine Untersuchung, die diese Bearbeitung genau analysiert, liegt leider, ebenso wie eine moderne Neuausgabe der Biographie, noch nicht vor. [12]

Die Autobiographie umfasst drei Bücher. Im ersten Buch findet sich, neben einer Abhandlung über die Familiengeschichte (S. 22-73), die Schilderung seiner Kindheit und frühen Jugendzeit bis zu Hippels 15. Lebensjahr (1741-1756; S. 73-144). Das zweite, sehr kurze Buch behandelt die ersten Studienjahre, sozusagen das Grundstudium, bis zum Entschluss zur Russlandreise (1756-1760, S; 145-186). Im dritten Buch berichtet Hippel von seiner Reise an den Zarenhof nach St. Petersburg und nach Kronstadt, wobei er ausführlich das Leben der russischen Aristokratie schildert. Es endet mit seiner Rückkehr nach Königsberg (10. Januar 1761 bis "kurz nach Ostern" [13] 1761; S. 187- 267). Das vierte Buch sollte nach Hippels Ankündigung [14] mit der Beschreibung seines Neuanfangs in Königsberg beginnen. Ob er hierüber jemals etwas geschrieben hat, ist unklar. Schlichtegroll gibt an, dass Hippel seine autobiographischen Aufzeichnungen Mitte 1791 beendet hatte und in der Folgezeit nicht mehr daran arbeitete, da ihn "neue wichtige Geschäfte" [15] an einer Fortsetzung gehindert hätten.

Anke Lindemann-Stark hat in ihrer Hippel-Studie [16] auf die Heterogenität des verwendeten biographischen Materials und der daraus resultierenden Zusammenfassung hingewiesen, sowie ein ausführliches Inhalts- und Autorenverzeichnis erstellt. [17] Bereits in der frühen Hippel-Forschung ist darauf hingewiesen worden, dass der Autor bei den Angaben in seiner Biographie nicht immer korrekt und historisch genau war. Schlichtegroll schreibt dazu: "Welcher Genuss, hätten wir so ferner ihm die mit Scharfsinn und Empfindung durchflochtene Geschichte seines Dienst- und Autorlebens, wenn auch gleich hie und da idealisiert und nicht ganz historisch treu. Ja, idealisiert! denn anders konnte dieser hochpoetische Kopf dergleichen Dinge nicht erzählen, wie man dies ihm bis hieher schon abgemerkt haben wird […]" [18]

Oft zitiert und bereits in der biographischen Bearbeitung angemerkt sind z. B. Hippels unkorrekte Angaben über sein Elternhaus: "Ich bin den 31. Januar 1741 geboren. Mein Großvater und Vater waren Geistliche [19] und hatten, wie ich nicht anders weis, aus dem Stamme Levi [20] geheirathet." [21]

Hippels Vater, Melchior Hippel, war Schulrektor in Gerdauen [22] und, auch wenn er im Rahmen seiner Lehrtätigkeit sicherlich Religionslehre unterrichtete, kein studierter Theologe wie dessen Vater Georg Hippel. Hippels Mutter entstammte keiner Familie von Geistlichen, sondern vielmehr einer Handwerkerfamilie (Weißgerber) aus einem Nachbarort Gerdauens. Diese Unkorrektheiten und unrichtigen Angaben umschreibt Brenning [23] in seiner Kurzbiographie als Versuch Hippels "seinen Anfängen möglichsten Glanz zu verleihen, […]" und dies passt in das Bild vom ehrgeizigen und strebsamen Untertanen, dass in der modernen Forschung nachgezeichnet wird und dass sicherlich auch Hippels Zeitgenossen von ihm hatten.

Die Biographie des Geheimen Kriegsrates und Stadtpräsidenten von Königsberg soll im Rahmen dieser Arbeit nur in groben Zügen abgehandelt werden. Besondere Aufmerksamkeit möchte ich - dem Thema entsprechend - dabei jedoch auf Hippels Verhältnis zum weiblichen Geschlecht legen und einige interessante Stellen aus der Biographie genauer beleuchten.

Theodor Gottlieb Hippel wurde am 31.01.1741 als Sohn des Schulrektors Melchior Hippel und dessen Frau Eleonore, geb. Timm, in der Kleinstadt Gerdauen (Ostpreußen, heute: Železnodorožnyy, Russische Föderation, Verwaltungsbezirk Kaliningrad) geboren. Der Vater entstammte einer ostpreußischen Pastorenfamilie, die Mutter einer Handwerkerfamilie aus Barten (heute: Barciany, Republik Polen), einem Nachbarort Gerdauens. Gerdauen war, wie Hippel berichtet, ein unbedeutender Ort und das einzig Bemerkenswerte war, dass er der Stammsitz der Grafen von Schlieben war. Der Generalmajor Graf von Schlieben war mit einer Prinzessin von Hessen-Homburg verheiratet, die Hippel als kleiner junge offensichtlich kennen gelernt hatte. In seiner Biographie berichtet er, dass er im Spiel von der Gräfin mit deren "Gesellschaftfräulein" [24] verheiratet wurde. Dies trug, aufgrund der schüchternen Verlegenheit des jungen Hippel, zur allgemeinen Erheiterung bei. Er selbst empfand diese Spielereien jedoch als Demütigungen und gibt sie als einen Grund für seinen späteren Entschluss zur Ehelosigkeit an:

"Noch heute, indem ich dieß [die Biographie, Anmerk. Hager] schreibe, werden mir die widerlichen Empfindungen, welche mich damals beunruhigten, so lebhaft, dass sie die Ursache derselben gar zu gerne entwickeln möchte, wenn ich nur könnte. […] Fast habe ich Lust zu behaupten, dass jener Braut- und Bräutigamsscherz mit dazu beygetragen haben könne, dass ich mich zum ehelosen Stande bekenne, als welcher Confeßion ich, wie ich fast glaube, bis in den Tod getreu bleiben werde." [25]

Auch seine Mutter war, wie Hippel berichtet, zu solchen Scherzen und Kuppelspielereien aufgelegt, durch die sie ihren Sohn nur noch weiter in Verlegenheit brachte. Diese Erfahrungen scheinen Hippel sehr zugesetzt und sein Verhältnis zu Frauen im Allgemeinen nachhaltig getrübt zu haben. Er berichtet, dass ihm die verkuppelten Spielkameradinnen nur Ärger und Kummer bereiteten und er in ihrer Gegenwart nur "bittere Stunden" erlebt habe. [26] Das Verhältnis zum Vater, der ihm zugleich Lehrer war, war durch eine tiefe Ernsthaftigkeit geprägt. Auch wenn dieser ihn vor den Scherzen seiner Mutter und der Gräfin nicht bewahren konnte - der junge Hippel schwieg darüber zu seinem Vater - äußert Hippel sich sehr positiv über die von ihm erhaltene schulische Ausbildung. Sich selbst schildert Hippel als ehrgeizigen, sehr intelligenten Einzelgänger und berichtet über seine Jugendjahre kaum Positives. Er nennt sie sogar "wahrhafte ägyptische Dienstjahre" und "Jugendsclavery". [27] Die geistige Bildung erschien ihm schon in jungen Jahren wichtiger als die körperliche Betätigung in Spiel und Arbeit. Er las viel und empfand Vergnügen darin die von ihm rezipierten antiken Autoren in einem fiktiven Zwiegespräch gegeneinander antreten zu lassen.

Seinem Elternhaus kann Hippel bis auf eine Ausnahme nichts Schlechtes nachsagen. Gegen Ende des ersten Buches beklagt sich Hippel darüber, dass er bis zu seinem 15. Lebensjahr von seinen Eltern nicht über die weibliche Biologie, den Zeugungsakt oder die Geburt aufgeklärt worden war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er nach eigenen Aussagen all seine Kenntnisse hierüber aus den Andeutungen der Autoren seiner Studienbüchern bzw. der Bibel hergenommen. Alle Bücher, die sich direkt mit diesen Themen beschäftigten, seien absichtlich von ihm ferngehalten worden:

"Noch eines Umstandes muß ich erwähnen, der mir eine ganz außerordentliche Beschämung zugezogen hat. - Alle Bücher, die über die Erzeugung des Menschen eine Erklärung enthielten, wurden vor mir geflissentlich versteckt. Da ich nun in die Jahre kam, wo sich der Geschlechtstrieb meldete: so erhitzten alle die Anspielungen, die ich in den Autoren und selbst in der Bibel hierüber fand, meine Einbildungskraft auf eine grausame Weise. Ich kann es als ein ehrlicher Mann betheuern, nicht eher als auf der Akademie mich aus den Träumen gebracht zu haben, in die ich mich in Hinsicht dieses so ehrwürdigen Geschäftes, Menschen zu schaffen, ein Bild, das uns gleich sey, verwickelte. Besonders war ich neugierig zu wissen, wie die Kinder aus Mutterleibe kämen, als wovon ich vollends keinen Begriff zu machen im Stande war .-" [28]

Im Folgenden beklagt sich HIPPEL über die übertriebene Prüderie in Bezug auf die sexuelle Aufklärung der Jugend und fordert "diese Sache auf eine gesetzte Weise" [29] den Kindern und Jugendliche zu vermitteln. Er selbst versuchte damals seinen Wissensdrang auf eigene Initiative zu stillen, was offensichtlich mit einer kleinen erotischen Episode verbunden war:

"Es befand sich im Hause meiner Aeltern ein völlig reizloses Mädchen; mit ihr rang ich einst in der Absicht, so meine unschuldige Neugierde über dieß Geheimniß zu befriedigen; meine Mutter kam dazu, sah uns beyde an, ohne ein Wort zu sagen, und wenn gleich dieser Vorfall ihr weit eher, als das Geldbegräbnis und dessen Auferstehung [30] , bedenklich vorkommen musste, so hat doch weder sie noch mein Vater gegen mich jemals darüber ein Wort verloren; doch schien mir dieser ganz unschuldige Vorfall Veranlassung gegeben zu haben, daß meine Abreise auf die Universität beschleunigt wurde." [31]

Neben der Emanzipation der Frau spielt in Hippels sozialkritisch-philosophischen Schriften der Diskurs über Bildung und Erziehung der Jugend eine besonders wichtige Rolle und wird von ihm immer wieder thematisiert. So ist er z. B. in der der Schrift Über die bürgerlichen Verbesserung der Weiber (1792) der Ansicht, dass Jungen und Mädchen bis zum Einsetzten der Pubertät, also bis etwas zum zwölften Lebensjahr, die gleiche Erziehung und die gleiche Bildung erhalten sollten und überdies koedukativ, d. h. gemeinsam und nicht in geschlechtergetrennten Klassen, unterrichtet werden sollten. Neben dem koedukativen Unterricht forderte Hippel auch ein Umdenken auf der Seite der Lehrenden. Es sei, bis auf eine Ausnahme, nicht einsichtig, warum Mädchen nur von Frauen und Jungen nur von Männern unterrichtet werden sollten:

"Ganz müsste das Erziehungsgeschäft in dieser neuen Epoche noch nicht den Händen der Weiber entzogen, noch weniger ein Unterschied in Erziehung und Unterricht zwischen beiden Geschlechtern veranstaltet werden, bis auf die Verpflichtungen, zu denen jedes von der Natur besonders berufen ward, welches, insofern sie für diesen Zeitraum gehören, bei jedem Geschlechte durch Personen des seinigen gelehrt werden müssten; wogegen alles Übrige ohne Rücksicht auf diesen Unterschied, so wie die Umstände es forderten oder erlaubten, von Personen beiderlei Geschlechts gelehrt werden könnte. Da Mann und Weib eigentlich nur ein Mensch sind, so kann auch selbst nach jener Geschlechtsabsonderung keine völlige Scheidung eintreten: Was Gott zusammengefügt, soll der Mensch nicht scheiden." [32]

Als eine Ausnahme, die Hippel hier macht, wird sicherlich die Sexualerziehung zu sehen sein. Doch hiervon an späterer Stelle (Abschnitt 2.2) mehr.

1756 verließ Hippel sein Elternhaus, um an der Königsberger Universität das Theologiestudium zu beginnen und so dem beruflichen Karriereweg seines Großvaters zu folgen. Die Jahre von seinem Studienbeginn an bis zur Abreise nach Russland am 10. Januar 1761 nehmen in seiner Autobiographie verhältnismäßig wenig Raum ein (S. 145-186). Zunächst wohnte Hippel bei einem Kaufmann namens Lur und teilte sich dort mit einem Studienkameraden ein Zimmer. Wie sich anhand der von Paul Tschackert [33] zusammengefassten Listen der theologischen Fakultät der Universität Königsberg erkennen lässt, war Hippel ein sehr fleißiger Student. [34] Er selbst bemerkt, dass er "Mathematik und Philosophie mit außerordentlichem Eifer" [35] studierte und sich auch sonst nicht vom Studium, dem ihm "vorgezeichneten Wege" [36] , abbringen ließ. Selbst auf den Siebenjährigen Krieg (1756-63), den Angriff der russischen Truppen auf Ostpreußen, die Kapitulation Königsbergs am 21.01.1758 und die Besetzung geht er in seiner Lebensbeschreibung kaum ein. Viel wichtiger ist ihm in diesem Zusammenhang das persönliche Schicksaal seines Freundes Arnold, Sohn des damaligen Oberhofpredigers und Generalsuperintendenten Arnold, der in der Schlacht gegen die Russen bei Größ-Jägerndorf fiel. In seinen ersten Studienjahren nahm Hippel nach eigenen Aussagen nur wenig Anteil an der großen Politik. Erst mit dem Alter sei er politisch geworden und rege sich über jede Zeitungsnachricht auf. [37]

Im Mai 1759 wechselte er, nachdem es im Hause Lur einige Querelen gegeben hatte, auf Vermittlung seines Vaters seine Königsberger Unterkunft und zog bei dem aus Holland stammenden Justitzrat Theodor Polykarp Woyt ein. Hippel bezeichnet diesen Umzug als einen "der wichtigsten Vorfälle des ersten Theiles" seines "akademischen Lebens". [38] Diesem "sehr eleganten römischen Juristen" habe er auch seine "Neigung zur Jurisprudenz" [39] und seinen späteren Entschluss, das Theologiestudium aufzugeben und zur juristischen Fakultät zu wechseln, zu verdanken. Zunächst setzte er jedoch sein Theologiestudium fort und hielt im Laufe etwa eines Jahres drei Predigten in Königsberg und zwei in seiner Heimatstadt Gerdauen. In Königsberg scheinen seine religiösen Ausführungen durchaus Anklang gefunden zu haben, wohingegen die Gerdauer Gemeinde nicht so zufrieden war. Hippel berichtet von der Kritik einer "Dame von vornehmer Geburt", die sich beschwert hatte "kein Wort verstanden" zu haben. [40] Auch Hippels Vater äußerte kleinliche Kritik an den Interpretationen seines Sohnes und seine Mutter schien mit dem Auftreten ihres ältesten Sohnes nicht ganz zufrieden gewesen zu sein, sondern vielmehr erleichtert, das er sich nicht "mehr als diese fünfmale … hören" ließ. [41]

Im Hause Woyt herrschte unterdessen ein reges Kommen und Gehen und Hippel lernte hier den Leutnant Hendrik van Keyser, [42] Sohn des russischen Vizeadmirals, kennen, mit dem ihm in der Folgezeit eine enge Freundschaft verband. Im September 1760 hatte eben dieser van Keyser vom russischen Gouverneur der Provinz Ostpreußen, Generalleutnant von Korf, den Befehl erhalten, an den Zarenhof nach St. Petersburg zu reisen, um Elisabeth I. (1709-1762, seit 1741 auf dem Thron) die Meldung von der Besetzung Preußens zu überbringen. Van Keyser hatte Hippel angeboten, ihn auf seiner Kurierreise zu begleiten und Hippel, inzwischen ein Bewunderer Russlands – aber dennoch preußischer Patriot wie er versichert – hatte eingewilligt und schließlich auch, nachdem er versichert hatte nach Königsberg zurückzukehren, die notwendigen Reisedokumente erhalten. Schließlich brach die Reisegesellschaft am 10.01.1761 nach St. Petersburg auf. Hippel hat seine Reise nach Russland, die er als die "angenehmste Epoche" seines Lebens bezeichnet, im dritten Buch seiner Autobiographie (S. 187-267) festgehalten.

Hippel war vom Hofe in St. Petersburg zunächst sehr beeindruckt. Er begleitete Leutnant van Keyser und dessen Schwager van Lobry, bei dem er in St. Petersburg untergekommen war, zu den Feierlichkeiten anlässlich des Namenstages des Großfürsten Peter Fedorowitsch, des später ermordeten Zaren Peter III. Bei der Ankunft im Winterpalast der Zarin Elisabeth schien Hippel zunächst in einen regelrechten Taumel gefallen zu sein, geblendet von der Pracht der Hofhaltung:

"Ich setzte mich in prächtige Kleider, zu denen mir mein Landsmann B. verhalf, weil die meinigen zwar sehr reinlich und gut; indeß nicht hofmanierlich waren, und fuhr mit Lobry und Keyser an den Hof, wo alle fremden Minister, die rußischen und andere Hohe versammelt waren. Regen wollt' ich, nicht Platzregen,- dacht' ich, als ich die Heiligthümer des Hofs betrat; ich war verblendet und hatte mein gesundes ehrliches Auge verloren. Nach ein paar Stunden indessen kam ich zu mir selbst, welches vielleicht das lange Stehen verursachte, welches mich zur rechten Zeit an meine Menschheit erinnerte, die mit der Hofheit gemeinhin nicht im guten Vernehmen lebt." [43]


Abbildung 4:
Zarin Elisabeth I. Petrowna (1709-1762), Tochter Peters des Großen und Katharina I.. Elisabeth gründete 1755 die Moskauer Universität und 1757 die St. Petersburger Akademie der Künste;
Gemälde von Charles André van Loo (1705-1765); de.wikipedia.org
.

Schnell jedoch erkannte Hippel nach eigenen Aussagen den "Tand" und den "Schwarm von Mücken" [44] , d. h. die Günstlinge und Hofschranzen, die sich versammelt hatten und verabscheute die übertrieben Pracht. Die einzige Bewunderung hegt er infolgedessen für die Zarin Elisabeth und deren spätere Nachfolgerin Katharina II. (1729-1796, bestieg 1762 den Thron, nachdem sie Peter III., ihren Ehemann, ermorden ließ).

Hippels Reiseweg führte ihn weiter nach Kronstadt (russ. Kronschtadt, gelegen auf der Insel Kotlin im Finnischen Meerbusen, ca. 25 km nordwestlich von St. Petersburg), dem Handels- und Kriegshafen der russischen Residenzstadt. Hier verbrachte er die Zeit im Hause des russischen Vizeadmirals van Keyser, dem Vater seines Reisegefährten, wo er freundlich aufgenommen und nur noch mit dem Namen Theodor Iwannowitz angesprochen wurde. [45] Die nur 14 Tage seines Aufenthalts schilderte Hippel sehr ausführlich und sie stellten für ihn einen entscheidenden Wandel in seiner Persönlichkeit dar. In Kronstadt sei er von einem "blöden Jüngling" zu einem "freymüthigen, in die Welt gestoßenen jungen Mensch" [46] geworden.
 

Neben den exzessiven Trinkgelagen der russischen Offiziere, Vizeadmiral van Keyser schildert er als ständig angetrunken, und seinem ersten Kontakt mit alkoholischen Getränken, der ihm große Kopfschmerzen breitete, blieben ihm besonders die drei Töchter des Vizeadmiral angenehm im Gedächtnis. Von einer näheren Verbindung zu einer von ihnen berichtet Hippel jedoch nichts Genaues. Ein Angebot, in den Dienst der russischen Marine zu treten, lehnte er nach längerem Hin und Her ab. Zurück in St. Petersburg beschloss Hippel nach Königsberg zurückzukehren, wo er "kurz nach Ostern" [47] Ende März 1761 [48] wieder eintraf.

Sein plötzlicher Weggang aus Königsberg wurde von seinem damaligen Hauswirt Woyt, der ihm freie Kost und Logis gewährt hatte, übel genommen, so dass Hippel bei seiner Rückkehr nun ohne Unterkunft und Geld dastand. [49] Er übernahm zunächst eine Stelle als "Hauslehrer" [50] bei der angesehenen adligen Familie von Schrötter. Hier unterrichtete er die beiden Kinder des Freiherrn von Schrötter: Johann Heinrich August und Amalie Albertine. In eben dieses junge Mädchen verliebte sich Hippel nach eigenen Aussagen unsterblich. In seinem Briefwechsel mit Scheffner gestand er später, dass dies seine einzige wahre Liebe gewesen sei:

"Ich habe ein einziges Mal geliebt und, wenn ich noch daran denke, so schaudert mir die Haut, […]." [51]

Offenbar hat Hippel sogar um die Hand der Tochter des Freiherrn vom Schrötter angehalten, wurde jedoch aufgrund des Standesunterschiedes abgelehnt. Nach Meinung Kohens hat diese Enttäuschung Eingang sowohl in Hippels literarisches wie auch in sein politisch-philosophisches Werk gefunden. [52] Im ersten Kapitel des Ehebuches findet sich ein Dialog zwischen einem Herr von H—y und einem Herrn von B—fs, in dem die Thematik aufgegriffen wird. Herr von H—y verweigert Herrn von B—fs die Hand seiner Tochter Lorchen, da dieser zu arm und von niederem Stande sei. [53] Schon etwas früher im Text beklagt Hippel die Schwierigkeiten, die einem jungen Mann bei der Heirat gemacht würden:

"Allein ein junger Mensch muß nicht nur achtzehn oder drey und zwanzig Jahre alt seyn, sondern er muß auch zweytausend Reichsthaler Einkünfte haben, von Adel seyn, just sechzehn Ahnen haben, warten bis sein Vater tod ist, um sein Hauß zu beziehen, sechs Perde besitzen; vor allen Dingen auf Reisen gewesen seyn, fünf Leute in Liverey halten, und was weiß ich, was alles verhergegangen seyn muß, ehe ihm erlaubt wird bey einem Mädchen zu wachen." [54]

Die Episode um sein Lorchen, die von F. J. Schneider als Amalie Albertine von Schrötter (16./17.04.1754 - 01.01.1827) identifiziert wurde [55], wirft jedoch Fragen auf. Kohen stimmt der These Schneiders zu. [56] Demnach hätte Hippel jedoch um die Hand eines ca. achtjährigen Mädchens angehalten. Kritischer bewertet zuletzt von Berg die Geschichte um die erste Liebe Hippels [57], eine genaue Klärung lässt sich jedoch nicht mehr finden.

Glaubt man Schlichtegrolls Bemerkungen in der Weiterführung der Hippelschen Biographie [58], so war diese enttäuschte erste Liebe der Grund für Hippels ehrgeizige Karrierepläne. 1762 verließ er die von Schrötters und nahm sein Studium an der Königsberger Universität wieder auf. Inzwischen an die juristische Fakultät gewechselt, trieb er seine Studien konsequent voran und konnte sie 1764 erfolgreich abschließen. Im Folgejahr wurde er als Rechtsanwalt am Königsberger Stadtgericht zugelassen und begann seinen juristischen Karriereweg, der hier nur noch in Stichpunkten skizziert werden soll. Gleichzeitig widmete er sich immer intensiver der Schriftstellerei und publizierte seine ersten Theaterstücke (1765: Der Mann nach der Uhr, 1768 Willeford und Amalia und Die ungewöhnlichen Nebenbuhler). 1771 erlangte er die Zulassung am Königsberger Hofgericht und wurde am 6. Juni 1773 zum Kriminalrat ernannt. Im Folgejahr erschien die erste Ausgabe das Traktats Über die Ehe, das ein solcher Erfolg wurde, dass gleich im Jahr darauf die zweite, erweiterte Auflage erschien. 1778 erfolgte Hippels Wahl zum außerordentlichen Stadtrat. Das Jahr 1780 bildet den Höhepunkt seiner Berufskarriere. Zunächst wurde er in die Provinzialgesetzeskommission in Königsberg berufen, die mit der Ausarbeitung eines Allgemeinen Gesetzbuches für die Preußischen Staaten betraut war und deren Arbeiten später in das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten eingingen (s. o.). [59] Für seine Arbeiten am Strafrecht erhielt Hippel durch Justizminister von Cramer ein Belobigungsschreiben und eine goldene Medaille überreicht. [60] Am 26. August [61] wurde er zum Hofhalsrichter (Kriminalgerichtsdirektor) ernannt, aufgrund einer Justizreform verlor er diesen Posten jedoch kurze Zeit später wieder. Quasi als Ausgleich und Lohn für seine bisherigen Dienste wurde er, nach einigen Streitigkeiten des Königsberger Stadtrats mit der Kriegs- und Domänenkammer, am 7. Dezember durch königliches Dekret zum Ersten (Dirigierenden) Bürgermeister und Polizeidirektor von Königsberg ernannt. In gleicher zielstrebiger Weise wie er bisher seine juristische Karriere vorangetrieben hatte, arbeitete er nun in den höchsten Rängen des preußischen Verwaltungsapparates. Zu Hippels Leistungen zählten u. a. die Neuordnung des Feuerwehrwesens, die Reorganisation und Modernisierung des Polizeiapparats und die Beseitigung der korrupten Machenschaften innerhalb der Königsberger Stadtverwaltung. [62] Seine Arbeit wurde als so verdienstvoll angesehen, dass ihn König Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) während der Feiern zu seiner Thronbesteigung im Jahr 1786 persönlich auszeichnete und ihm zum Stadtpräsidenten von Königsberg und Geheimen Kriegsrat ernannte.

Finanziell war Hippel inzwischen nach allen Seiten hin abgesichert. Seine Arbeit und seine schriftstellerischen Tätigkeiten nahmen ihn voll in Anspruch. Dahinter blieb jedoch sein privates Glück stets auf der Strecke. Auch mit den Frauen wollte es bei ihm nicht klappen. In dem weiter oben erwähnten Brief an Scheffners vom 23./24. Juni 1767 schrieb er über eine weitere unglückliche Liebe:

"Ich habe ein einziges Mal geliebt und, wenn ich noch daran denke, so schaudert mir die Haut, und, nachdem ich mich, wie sie wissen, so ziemlich über diesen Punkt erholt hatte, fall' ich auf ein Mädchen. – o! hätte ich sie nie gesehen. Schönster Scheffner, lachen Sie nicht über mich. Ich bin wahrhaftig zu bedauern Es ist mir unendlich schwer, sie zu vergessen, und doch lege ich's auf alle Weise dazu an. Ich würde sie als Frau bessern, oder bilden: denn ich glaube nicht, daß sie böse ist, allein wo nehme ich Zeit dazu her? Sie kennen meinen Posten. So aber, wie sie ist, kann sie mich nicht glücklich machen. Sie ist wie die Mutter, und die kennen sie. Selbst ihr guter Ruf kümmert sie wenig." [63]

Um welche junge und offensichtlich leichtlebige Dame es sich handelte, in die sich der ebenfalls noch junge Rechtsanwalt 1767 verliebte, ist leider nicht geklärt. Hippel selbst hat sie wohl nur mit dem Kürzel "W." bezeichnet. [64] Die Angelegenheit verlief sich, nach einigen Turbulenzen jedoch schnell, da die betreffende Dame sich anderen Männern - "Ausländern" - zuneigte. [65]

Aus dem lückenhaften Briefwechsel mit Scheffner geht hervor, dass Hippel sich bereits drei Jahre später wieder verliebt hat. [66] Seine neue Geliebte nennt er "Hanschen", "Hänschen", "Hanchen", "Hannchen" oder "Johannchen". Bei dieser Dame handelte es sich anscheinend, anders als bei "W.", um eine solidere Person, mit der er viele angenehme und erinnerungswürdige Stunden verbrachte. Die Liaison dauert immerhin bis 1780. Am ersten Weihnachtstag 1780 erfahren wir jedoch aus einem Brief an Scheffner, dass Hippel die Beziehung beendet hat und im April 1781 berichtet er sogar vom Freitod seiner ehemaligen Geliebten. Die Umstände dieser Affäre bleiben wieder sehr schemenhaft. Einige Zeitgenossen berichtet, dass es sich bei der Dame doch um eine "recht stroherne Dirne" [67] gehandelt, die sich mit einem brutalen Verführer eingelassen habe, welcher sie mit einem Kind sitzen gelassen habe. Persönliches Liebes- und Eheglück war Hippel auch in der Folgezeit nicht beschert. Seit 1780 waren seine Verwaltungsaufgaben und seine publizistische Tätigkeit so zeitintensiv, dass sich für eine Frau wohl auch kein Platz mehr gefunden hätte. Kohen schreibt, dass sich Hippel nun im Privaten ganz auf die Förderung seines Neffen Theodor Gottlieb, den Sohn seines Bruders, konzentrierte.

Hippels letzte Lebensjahre waren durch vielerlei Arbeit und Aufregung gekennzeichnet. Zunächst überraschte er 1790 seine Freunde und Bekannten, die ihn für einen durchaus republikanisch gesinnten Mann hielten, mit der Erneuerung seines Adelsdiploms. 1792/93 erschienen die dritte und vierte Auflage des nunmehr erheblich erweiterten und inhaltlich überarbeiteten Ehebuches, die wiederum ein großer Publikumserfolg wurden. [68] Schließlich erschien 1792 auch sein Traktat Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber, das im Gegensatz zum genannten Ehebuch beim Leserpublikum sehr ungünstig aufgenommen wurde. Die Kritiker lehnten es entweder schlichtweg als Phantasterei ab oder verstanden es als geistreich-satirisches Werk über die Herrschsucht der Frauen. Hippel war es mit seinen Forderungen nach Gleichberechtigung jedoch überaus ernst. Zur selben Zeit kam es auch zum Zerwürfnis mit Scheffner, der sich nicht nur abfällig über die emanzipatorischen Grundsätze seines bisherigen Freundes äußerte, sondern in mehr oder weniger deutlichen Anspielungen auch dessen lange gehütetes Autorengeheimnis preis gab.

Seine Verwaltungsaufgaben führten Hippel 1795 weg aus dem unruhig gewordenen Königsberg, hin nach Danzig, das im Zuge der zweiten Teilung Polens an das Königreich Preußen gefallen war. Hier war er mit der Einführung der preußischen Verwaltung und des Allgemeinen Landrechts betraut worden. Die anstrengende und zeitintensive Arbeit verschlechterten jedoch zunehmend seinen Gesundheitszustand. Ein Augenleiden verschlimmerte sich so sehr, dass das Auge herausgenommen werden musste. Erschöpft und sterbenskrank kehrte er nach Königsberg zurück, wo er am 23. April 1796 im Alter von 55 Jahren an Brustwassersucht (Lungenentzündung?) verstarb.

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[8] Adolf Heinrich Friedrich Schlichtegroll (1765-1822), Professor am Gymnasium in Gotha, Bibliothekar, Begründer u. Herausgeber des "Nekrolog der Teutschen" (Gotha 1791-1806), ab 1806 Direktor und Generalsekretär der bayrischen Akademie der Wissenschaften, München.

[9] bei Würzburg.

[10] Im Folgenden als Biographie bezeichnet: Biographie des Königl. Preuß Geheimenkriegsraths zu Königsberg Theodor Gottlieb von Hippel, zum Theil von ihm selbst verfasst. Aus Schlichtegrolls Nekrolog besonders abgedruckt. Gotha, 1801; repro. Nachdruck: Hippel, Theodor Gottlieb von, Biographie. Zum Theil von ihm selbst verfasst, Hildesheim 1977 (Texte zum literarischen Leben um 1800, Bd. 4).

[11] Berg 2004, S. 41.

[12] Bisher ist nur der o. g. repro. Nachdruck der Ausgabe von 1801 erschienen.

[13] Biographie, S. 261.

[14] ebda. S. 263.

[15] ebda. S. 267.

[16] Lindemann-Stark, Anke, Leben und Lebensläufe des Theodor Gottlieb von Hippel, Sankt Ingbert 2001, S. 20-28 (Saarbrücker Beiträge zur Literaturwissenschaft, Bd. 70).

[17] ebda. S. 22f.

[18] Biographie, S. 267f.

[19] "Sein Vater war Rector der Schule in Gerdauen."; Anmerk. ebda.

[20] Nach Genesis 29, 34 war Levi der dritte Sohn Jakobs und Leas. Die Nachfahren Levis, die Leviten, waren die Priester des Königreiches Juda und bis zu dessen Fall im Jahr 587 v. Chr. (Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch die Truppen des babylonischen Königs Nebukadnezar II.) wurde das Wort Levite als Synonym für das Wort Priester gebraucht; Anmerk. Hager.

[21] Biographie, S. 73.

[22] Die Berufsbezeichnung "Rector" findet sich im Gerdauer Taufregister, dass Kohnen zitiert (Kohnen 1987, S. 20 und Anmerk. S. 222). Der Tag der Taufe war der 02.02.1741.

[23] Brenning, Emil, s. v. Hippel: Theodor Gottlieb v. H., in: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 12, Leipzig 1880, S. 463-466.

[24] Biographie, S. 75.

[25] ebda.

[26] ebda. S. 76.

[27] ebda. S. 78f.

[28] ebda. S. 134f.

[29] ebda.

[30] siehe ebda. S. 133f.

[31] ebda. S. 135.

[32] Hippel, Theodor Gottlieb von, Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber, mit einem Nachwort von Wuthenow, Ralpf-Rainer, Frankfurt/Main 1977, S. 142f.

[33] Tschackert, Paul, Theodor Gottlieb von Hippel, der christliche Humorist, als Student der Theologie in Königsberg 1756-1759, in: Altpreußische Monatsschrift, Nr. 28, 1891, S. 355ff.

[34] Kohen, Joseph, Theodor Gottlieb von Hippel. Eine zentrale Persönlichkeit der Königsberger Geistesgeschichte. Biographie und Bibliographie, Lüneburg 1987, bes. S. 27-34 (Schriftenreihe Nordost-Archiv, Heft 14).

[35] Biographie S. 154.

[36] ebda. S. 155.

[37] ebda. S. 156f.

[38] ebda. S. 175.

[39] ebda.

[40] ebda S. 178.

[41] ebda.

[42] Hippel nennt ihn in seiner Autobiographie von Keyser; ebda. S. 176.

[43] ebda. S. 202f.

[44] ebda S. 203.

[45] ebda. S. 208.

[46] ebda. S. 214.

[47] ebda. S. 261.

[48] Berg 2004, S. 128.

[49] Kohen 1987, S. 47.

[50] Biographie, S. 271.

[51] Auszug aus einem Brief an Scheffner vom 23./24. Juni 1767, zitiert nach Kohen 1987, S. 48 u. S. 78.

[52] ebda.

[53] Hippel, Über die Ehe, hg. v. Faust, Wolfgang Max, Stuttgart 1972, S. 12f.

[54] ebda. S. 9f.

[55] Schneider, F. J., Theodor Gottlieb von Hippel in den Jahren von 1741-1781 und die erste Epoche seiner literarischen Tätigkeit, Prag 1911.

[56] Kohen 1987, S. 49-51.

[57] Berg 2004, S. 9 und 116.

[58] Biographie, S. 271.

[59] Der erste Versuch zur Kodifikation des gesamten, geltenden Rechts in Preußen geht auf Friedrich Wilhelm I. (1688-1744) zurück, führten jedoch zunächst zu keinem nennenswerten Erfolg. Unter der Herrschaft seines Sohnes, Friedrich II. (der Große, 1712-1786), erarbeitete die o. g. Kommission zunächst einen Entwurf, der in sechs Bänden wischen 1783-1788 veröffentlicht wurde und der in der überarbeiteten Form 1791 als Allgemeines Gesetzbuch für die Preußischen Staaten erschien und am 01.06.1792 in Kraft treten sollte. Das Vorhaben wurde jedoch zunächst durch königlichen Erlass Friedrich Wilhelms II. (1744-1797) vom 18.04.1792 gestoppt. Im Zuge der Neuordnung Preußens nach der 2. Polnischen Teilung (1791/92) und auf Drängen Carl Gottlieb Svarez (1746.1798), engster Mitarbeiter des preußischen Justizministers Johann Heinrich Casimir von Cramer (1721-1801), trat das Gesetzbuch unter dem Namen Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten am 01.06.1794 schließlich doch in Kraft.

[60] Brenning, Emil, s. v. Hippel: Theodor Gottlieb v. H., in: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 12, Leipzig 1880, S. 464.

[61] Berg nennt das Datum 20. August, siehe: Berg 2004, S. 130.

[62] ebda. S. 72ff., Kohen 1987, S. 110-134.

[63] Kohen 1987, S. 78.

[64] ebda.

[65] ebda. S. 79.

[66] ebda. S. 88.

[67] Aussage Krikkendes in: ebda. S. 89.

[68] Zu einer weiteren Ausgabe zu Lebzeiten Hippels kam es nicht mehr, jedoch erschien in seinem Todesjahr nochmals ein Nachdruck der 4. Auflage, siehe Kohen 1987, S. 255.

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