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Major Leo Alexander  >>>

 

Vorwort

In dieser Dokumentation möchte ich genauer auf die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegen Prof. Dr. Julius Hallervorden vorgebrachten Beschuldigungen bezüglich der Ermordung von Pflegepatienten und „Geisteskranken“ eingehen. In diesem Zusammenhang ist die Gutachtertätigkeit Major Leo (Leopold) Alexanders, der als Angehöriger des Medical Corps (MC) der Armee der Vereinigten Staaten von Amerika für das Combined Intelligence Objective Sub-Committee (CIOS) tätig war, von besonderem Interesse. Anhand von Dokumenten, die einer größeren Öffentlichkeit bisher nur in kurzen Auszügen zugänglich waren, möchte ich die Art der im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg vorgebrachten Anschuldigungen und Hallervordens Erwiderung darauf aufzeigen.

Grundlage für diese Untersuchung ist neben dem Protokoll des Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher insbesondere die Personalakte Prof. Dr. Hallervordens, die sich im Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft (Berlin) befindet, und der von Major Leo Alexander verfasste sog. „Alexander-Report“, der ebenfalls in Auszügen in der Personalakte Prof. Dr. Hallervordens im Archiv der Max-Planck-Gesellschaft liegt und dessen hektographierte Fassung (Anklagedokument L-170 im Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher) sich z. Z. in der Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Abteilung HAD / Handschriften und Seltene Drucke (Ansprechpartner Herr Dr. Rohlfing), befindet. Diese Abteilung verfügt über eine umfangreiche Sammlung maschinenschriftlicher, hektographierter Dokumente und Mikrofilme zu den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, die noch nicht vollständig erschlossen ist. Für einzelne Teile liegen jedoch Kurzverzeichnisse bzw. Karteien vor.

Einen kurzen Abriss zur Thematik dieser Dokumentation hat bereits Jürgen Peiffer [1] gegeben. Eine Kurzbiographie und ein Bericht über die Tätigkeit Leo Alexanders im Zusammenhang mit dem sog. „Nürnberger Ärzteprozess“ sind 2002 durch den Medizinhistoriker Dr. Ulf Schmidt (Universität Kent, Canterbury) veröffentlicht worden [2]. Inzwischen liegt auch eine umfassende Studien über die Sachverständigentätigkeit Leo Alexanders während des Ärzteprozesses inklusive einer ausführlichen Biographie vor [3].

Für die freundliche und produktive Zusammenarbeit und die Bereitstellung der Materialien und Dokumente möchte ich den Mitarbeitern des Archivs zur Geschichte der Max-Plank-Gesellschaft und den Mitarbeitern der Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen herzlich danken. Besonders danken möchte ich Jörg Rudolph, der mich während meines Praktikums bei Facts&Files auf die Idee zu dieser Arbeit brachte.

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[1] Peiffer, Jürgen, Hirnforschung im Zwielicht: Beispiele verführbarer Wissenschaft aus der Zeit des Nationalsozialismus. Julius Hallervorden – H.-J. Scherer – Berthold Ostertag, Husum 1997.

[2] Ursprünge medizinisch-ethischer Grundlagen im 20.Jahrhundert: Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Ärzteprozesses dargestellt anhand der Biographie des medizinischen Sachverständigen Leo Alexander; Vortrag Dr. Ulf Schmidt am 15.06.2002 im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Der Nürnberger Ärzteprozess 1946/47“ des Instituts für Geschichte der Medizin der FU Berlin und: Schmidt, Ulf, Die Angeklagten Fritz Fischer, Hans W. Romberg und Karl Brandt aus der Sicht des medizinischen Sachverständigen Leo Alexander, in: Ebbinghaus, Angelika und Dörner, Klaus (Hg.), Vernichten und Heilen. Der Nürnberger Ärzteprozess und seine Folgen, Berlin 2002, S. 374-404; Internetseite von Dr. Ulf Schmidt: http://www.ukc.ac.uk/history/staff/schmidt.html.

[3] Schmidt, Ulf, Justice at Nuremberg. Leo Alexander and the Nazi Doctors' Trial, Basingstoke 2004; Taschenbuchausgabe 2006.

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