Rezensionen Geschichte als
Wissenschaft
Geschichte als
Unterrichtsfach
Geschichte und
Gegenwart
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Epochenübergreifend

Bildung zwischen Mönchsklause und der Veredelung des Menschen

Ein Vergleich der mittelalterlichen Bildungstheorie der „septem artes liberales“ und mit der modernen Bildungstheorie Wilhelm von Humboldts

Der Bildungsbegriff war im Mittelalter fest umrissen. Die „Septem Artes Liberales“ waren jener Grundstock, den ein Schüler kennen musste, damit er „[…] Bildung (‚litterae‘) erwarb.“ Diese Ansicht der Bildung wurde bis in 18. Jahrhundert hinein vertreten. Wenn man sich mit ihnen beschäftigte, erwarb man „[…] die höhere Bildung des Mittelalters [.].“
Der „Kanon der Wissenschaften“ wurde beim spätantiken Staatsmann und Philosophen Boethius festgelegt. Er beschrieb das Quadrivium als „rechnende[.] Künste“. Hier wurden die Arithmetik, Musik, Geometrie und Astronomie gelehrt. Im Trivium sah Boethius die „redenden Künste“ eingegliedert. „Sie wurden zunächst vermittelt durch die Studienfächer […] Grammatik, Rhetorik und Dialektik.“ Die Fächer der septem artes waren auch wichtig für die nachherige Beschäftigung mit der Philosophie.

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Abb: "Sieben Quellen der Weisheit, die freien Künste genannt, entspringen aus der Philosophie."
Buchmalerei aus dem sog. Hortus Deliciarum (um 1180) der Hohenburger Äbtissin  Herrad von Landsberg († 1195); Bild:
commons.wikipedia.org.

 

 Mittelalter & 19./20. Jahrhundert

Des Kaisers Geheimes Deutschland

Die Rezeption des Bilds
Friedrichs II. im George Kreis

Der Glanz des wilhelminischen Kaiserreiches und der abrupte Untergang dieses durch den Ersten Weltkrieg verursachte im gebildeten Bürgertum und im Adel die Sehnsucht nach einem neuen „Goldenen Zeitalter“. Nach dem verlorenen Krieg träumten die Trägerschichten des Deutschen Reichs von einem „Risorgimento“ Deutschlands, angeführt durch eine strahlende Kaisergestalt. Ein Teil davon war die Legende und geschichtliche Wirklichkeit Friedrichs II. von Hohenstaufen. Hinzu fügt sich ein romantisch geprägtes Bild des Mittelalters. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wurde zu einem Wunschtraum. Es ist der Gedanke eines „ewigen Morgens“, in dem Kunst und Wissenschaft blühen. Es ist aber auch der Gedanke an ein Deutschland, dass die dominierende Macht in Mitteleuropa darstellt. Nicht durch Krieg oder Grausamkeiten, sondern durch die Pflege der Künste, sollte es Europa gestalten. Stefan George legte seinen elitären Kreis im Bewusstsein der Erneuerung des Reiches und Förderung der Kultur und Kunst an.

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Abb.: Der Sarkophag Friedrich II. von Hohenstaufen in der Kathedrale Maria Santissima Assunta in Palermo;
Bildnachweis: www.stupormundi.it.

 

Themenportal

Zwischen aufgeklärtem Absolutismus und Diktatur.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

im Rahmen unseres neuen Themenportals Preußen präsentieren wir Ihnen ausgewählte Facharbeiten, die sich in besonderer Weise mit der Geschichte Preußens vom 18. - 20. Jahrhundert beschäftigen.

Neben herausragenden Persönlichkeiten (u. a. Königin Luise, Freiherr vom und zum Stein, Immanuel Kant, Theodor Gottlieb von Hippel) dieser Epoche behandeln unserer Autoren im Rahmen der Verfassungsgeschichte auch Strukturmerkmale des preußischen Staates und werfen einen Blick auf das Selbstverständnis seiner Herrscher.

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Abb: Theodor von Beza, Ioannes Cnoxus, Holzschnitt, 1580.
Dieser Holzschnitt ist vermutlich eine aus dem Gedächtnis angefertigte Kopie nach
Vasons Vorlage,
THESAURUS ERUDITIONIS Universität Manheim.

Frühe Neuzeit

John Knox und der schottische Calvinismus

Die Auswirkungen der Reformation als epochaler Veränderung der christlichen Welt sind noch bis zum heutigen Tage spürbar, nicht nur in der Religion selbst, sondern auch in den Gebräuchen, der Politik, der Literatur und im alltäglichen Leben. Ihren Ausgang mit Luther und seinen 95 Thesen nehmend, vollzog sich sukzessiv ein konfessioneller Wandel, wobei der Calvinismus, ausgehend von Genf, stark auch die Entwicklungen anderer Länder beeinflusste, unter ihnen Schottland. Durch seine räumliche und politische Nähe zu England ist die Reformation in diesem nördlichsten Teil Großbritanniens allerdings nicht abgespalten zu betrachten, sondern muss immer in den Kontext seiner Geographie gestellt werden.

Um die Vorgehensweise John Knox` nachvollziehen zu können, muss zuerst einmal sein Wirkungsbereich skizziert werden, denn nur so lassen sich die Prämissen erfassen, mit denen sich die Reformation auseinandersetzen musste.

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20. Jahrhundert - Projekt "Zeitzeuge"

Michael Schacht-Dolgoruky,
Episoden aus einem bewegtem Leben

Ein Zeitzeugeninterview

Dieses Filmfeature entstand Ende 2009 als Kooperationsprojekt von Seagull Film, Geschichte-erforschen.de und der Albert-Einstein-Oberschule (Berlin-Britz). Es ist ein Zusammenschnitt aus diversen Auftritten, Vorträgen und Interviews von Herrn Schacht-Dolgoruky (Jahrgang 1919/1921), in denen der als Zeitzeuge über sein Leben und historische Ereignisse berichtet.

Zum Filmbeitrag >>>


Foto: Seagull Film Berlin & Hager

 

19./20. Jahrhundert

"Unsere Geschichtsforscher befassen sich
zu sehr mit Fragen der Vergangenheit."

Der Marxismus-Leninismus als Ausdruck wissenschaftlicher Geschichtserkenntnis?
Zur Wissenschaftlichkeit der Historiographie in der DDR

Auch 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung und dem damit verbundenen Ende des sozialistischen Experiments im Osten Deutschlands ist die Erforschung der DDR und ihrer Strukturen noch lange nicht abgeschlossen, und auch der Kampf um die Deutungshoheit zu diesem Thema erregt immer noch die Gemüter, vor allem wenn es um die Verteidigung ostdeutscher Biographien geht, die sich in der Ost-West-Diskussion oft genug gedemütigt und diskreditiert fühlen.
Zu diesen vermeintlich Gedemütigten dürften wohl auch häufig genug jene zählen, die im Dienste der Wissenschaft, genauer: der Geschichtswissenschaft standen. Der Frage, inwiefern die Geschichtswissenschaft im Osten Deutschlands bis 1989 wirklich das Prädikat wissenschaftlich verdient, soll hier nachgegangen werden.

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Gedenktafel für Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, an der Fassade der "Kommode" (ehem. Alte Bibliothek), Berlin,
Fotographie vom 15.03.1970,
Bildnachweis: Bundesarchiv / Bild 183-J0305-0303-001 / Sturm, Horst / Creative Commons CC-BY-SA 3.0

 

Frühe Neuzeit

Der Zweite Jakobitenaufstand.
Ein historischer Überblick

Am 23. Juli 1745 landete der gerade einmal fünfundzwanzigjährige Charles Edward Stuart mit der Du Teillay auf der Hebrideninsel Eriskay. Charles Edward Louis Philippe Casimir Stuart, der erste Sohn des im Exil lebenden James Francis Edward Stuart und seiner Frau Maria Clementina Sobieski, Enkel des im Zuge der Glorious Revolution von seinem Thron vertriebenen James II. Nachdem daraufhin sowohl James Tochter Mary als auch ihre Nachfolgerin, seine andere Tochter Anne, kinderlos verstarben, ging der Thron an das Haus Hannover über. Die Anhänger, die der im Exil lebenden männlichen Stuartlinie noch immer die Treue hielten und auf eine Wiedereinsetzung hofften, wurden von nun an als Jakobiten bezeichnet, sich ableitend von Jacobus, dem lateinischen Wort für James. Nach einigen erfolglosen Versuchen durch den Sohn des vertriebenen Königs, James III., den Thron zurückzuerobern, suchte nun Charles sein Glück im Land seiner Vorfahren. Bekannt war er sowohl als Young Chevalier als auch als Young Pretender, je nach dem auf welcher Seite man stand. Unsterblichkeit aber erlangte er als Bonnie Prince Charlie.

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Prinz Charles Edward Stuart, genannt "Bonnie Prince Charlie",
© National Portrait Gallery, London

 

Frühe Neuzeit

Ein merkwürdiger Mann und beliebter Schriftsteller.

Ein Blick auf die sozialkritisch-philosophischen Schriften des
Theodor Gottlieb von Hippel

"Den Männern kommt das Regiment zu, und ein jeder Ehemann ist Justitiarius in seinem Haus. Die Gesetze nach denen er erkennt, heissen das Haußrecht. Haußrecht bricht Stadtrecht, Stadtrecht bricht Landrecht, Landrecht bricht Kayserrecht. In wie weit ein Ehemann die Gerichtsbarkeit über Hand und Hals zusteht, ist schon oben angemerkt, und es ist gewiß, daß zu den alten Zeiten ungetreue Weiber dem Urtheil ihres Mannes unterworfen waren, als ob die Gesetze von einem so gräulichen Verbrechen nicht wissen wollten, daß es geschehen wäre. [...]"

Über die Ehe (1774)

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Theodor Gottlieb von Hippel (1741-1796)

 


Abbildung 1: Prof. Dr. Julius Hallervorden,
Bildnachweis: Der Nervenarzt, 37. Jg., 11. Heft, November 1966, S. 477.

19./20. Jahrhundert

"Mit dem Verfahren der Euthanasie habe ich niemals das Geringste zu tun gehabt,..."

Major Leo Alexander, Prof. Dr. Julius Hallervorden und die Beteiligung des KWI für Hirnforschung an "Euthanasie"-Verbrechen im Nationalsozialismus

"Unter diesen Gehirnen verstorbener Geisteskranker und Idioten befanden sich auch solche von Kranken, die der Euthanasie zum Opfer gefallen waren. Von diesen Kranken habe ich auf meinen Wunsch auch die Krankengeschichten erhalten, wovon ich mir kurze Auszüge gemacht habe. Es handelt sich im Wesentlichen um Gehirne mit Hydrocephalus, Missbildungen, Tumoren, Geburtstraumen, Epilepsie u. dergl.
Mit dem Verfahren der Euthanasie habe ich niemals das Geringste zu tun gehabt, ich habe es stets verurteilt, und würde, wenn ich damals noch Irrenarzt gewesen wäre, mein Amt niedergelegt haben."

Auszug aus einem Brief Prof. Dr. Hallervordens an den Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes in Nürnberg, 11.02.1946.

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Mittelalter

Karl der Große

Eine Kurzbiographie

Seit 1950 wird in Aachen jährlich der „Internationale Karlspreis“ an Personen, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben, verliehen. Dieser Preis ist benannt nach dem fränkischen König und römischen Kaiser Karl dem Großen, der von den Preisstiftern als „Begründer der abendländischen Kultur“ angesehen wird.

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Mittelalter

Begriffsdefinition: Villikation

Eines der „klassischen“ Themen der mittelalterlichen Geschichte, das Generationen von Historikern beschäftigt hat (und immer noch beschäftigt), ist das Phänomen der Grundherrschaft. In der Zeit des Frühmittelalters tritt es insbesondere in der Form der sogenannten Villikationsverfassung auf, einer Kombination aus einem Herren- oder Fronhof und von diesem abhängigen Bauernstellen.

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Mittelalter

Das Lehnswesen.

Begriffsdefinition und
historischer Überblick

 

Die Lebenden dem Toten. Erinnerung an den 15. Januar 1919, Käthe Kollwitz, Gedenkblatt für Karl Liebknecht, 1919, DHM, Berlin.

19./20. Jahrhundert

Karl Paul Friedrich August Liebknecht.
Eine Kurzbiographie

Während der Januar-Kämpfe 1919 in Berlin erklärte Liebknecht die Regierung Ebert für abgesetzt. Nach den Unruhen wurde er zusammen mit Rosa Luxemburg von Soldaten der Garde-Kavellerie-Schützendivision festgenommen, gefoltert und schließlich am 15. Januar erschossen. Während Luxemburgs Leiche in den Landwehrkanal geworfen wurde und erst am 1. Juni geborgen wurde, wurde Liebknechts Körper als "unbekannte Leiche" der Polizei übergeben.

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Eiserner Heinrich

Mittelalter

"Heinrich, einst Herzog von Baiern und Westfalen"
Die Gelnhäuser Urkunde als Dokument der Macht und Entmachtung Heinrichs des Löwen.

Das Original dieser, für die Verfassungsgeschichte des Deutschen Reiches wichtigen, Urkunde wurde im letzten Jahr des 2. Weltkrieges an seinem Aufbewahrungsort völlig vernichtet und konnte somit auch nicht mehr rekonstruiert werden. Zudem war die Urkunde bereits im Mittelalter durch Feuchtigkeitsschäden stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

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Literaturempfehlung
(mit einem kleinen Augenzwinkern)

außerdem online:

Heinrich der Löwe
Eine Kurzbiographie

 

Mittelalter

Einhard - Die Macht des Wissens.
Kurzbiographie eines mittelalterliches Geschichtsschreibers.

Es war schon spät und die Andacht gerade vorüber, als der alte Mann langsam den Kreuzgang entlang schritt. Leicht nach vorne gebeugt, war er tief in Gedanken versunken. Man hätte ihn für einen Schüler des Aristoteles halten können, einen einsamen Herumwandler. Er war von recht kleiner Statur, schlurfend sein Gang, und doch fühlte man sich in seiner Gegenwart unsicher und ahnungslos. Es war die Macht seines immensen Wissens, die ihm Größe verlieh, er aber war der Diener eines Herren, den alle nur „den Großen“ nannten.

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Literaturempfehlung

 

Links:

Judith Mathes, Cornelia, Mutter der Gracchen



Topino-Lebrun, Der Tod des C. Gracchus,
1792, Öl auf Leinwand, 387x615 cm, Musée des Beaux-Arts, Marseilles

Alte Geschichte - Antike

Das Ackergesetz des
Tiberius Sempronius Gracchus.

Soziale Realpolitik oder Opposition um jeden Preis?

Kaum eine Persönlichkeit der Alten Geschichte ist über Ihre Zeit hinaus so bekannt wie der Volkstribun Tiberius Sempronius Gracchus. In der marxistisch-leninistischen Geschichtsschreibung galt er neben Spartacus, dem Anführer des Sklavenaufstandes von 74 - 71 v. Chr., als Prototyp des Kämpfers für die Sache des unterdrückten Proletariats und Kleinbauern. Diese Einschätzung ist jedoch sowohl in Bezug auf Spartacus als auch in Bezug auf Gracchus schlichtweg falsch: eine unzulässige Übertragung moderner, geschichtlich-politischer Interpretationen auf die Vergangenheit.
Wie umstürzlerisch waren die Gesetzesentwürfe des Gracchus wirklich? War er vielleicht nur ein machtsüchtiger Egomane oder doch ein reformorientierter und weitsichtiger Politiker aus patrizischem Hause, dessen Fraktion am Widerstand der konservativen Gegner scheiterte, was ihn schließlich sogar das Leben kostete?

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Literaturempfehlungen:

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