Aufgabensammlung: Demokratie und Diktatur

 

Die vorliegende Aufgabensammlung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer sowie an Schülerinnen und Schüler allgemeinbildenden Schulen. Aus der Erfahrung heraus, dass manche Lehrwerke für das Fach Geschichte nicht konsequent die Vorgaben der EPA umsetzten und dass viele Aufgaben in diesen Lehrwerken die in der EPA erläuterten Operatoren (S. 6-8) nicht verwenden, wurde hier der Versuch unternommen, eine Aufgabensammlung zu erstellen, die konsequent auf diese zurückgreift.
Dadurch soll Lehrenden und Lernenden die Bearbeitung der Aufgaben im Unterricht und als Hausaufgabe erleichtert werden.
Die ein oder andere hier gestellte Aufgabe taucht in ähnlicher Form sicherlich auch in Lehrwerken für das Fach Geschichte auf. Für die hier angebotenen "Lösungen" wird jedoch keine Haftung übernommen. Auch wird hier nicht der Anspruch auf (fachwissenschaftliche) Vollständigkeit verfolgt.

Selber denken ist auch im Fach Geschichte immer noch die beste Lösung.

Maik Hager


Karte: Europa 1921, IGE-MAPS

Aufgabe: Nenne den Namen und die Regierungszeit des letzten russischen Zaren.

Antwort: Der letzte russische Zar hieß Nikolaus II. Er regierte von 1984 bis 1917.

Aufgabe: Erläutere die Herkunft und Bedeutung des Herrschertitels Zar.

Antwort: Der Herrschertitel Zar stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und leitet sich vom Eigennamen Caius Iulius Caesar ab. Zar deutet übersetzt Kaiser. Der Zar war das politische und religiöse Oberhaupt Russlands.

Aufgabe: Schildere die Phasen der russischen Revolutionsgeschichte und ihre Auswirkungen auf das politische System Russlands.

Antwort: Bis zum Jahr 1905 war Russland eine absolute Monarchie, d. h. dass der Zar alle Staatsgewalt in sich vereinigte.
Durch die zunehmende Unzufriedenheit mit der Politik des Zaren kam es 1905 zu Demonstrationen, die von Regierungstruppen blutig niedergeschlagen wurden („Petersburger Blutsonntag“). Dies löste landesweite Streiks aus.
Um die Zarenherrschaft zu retten wurde eine Verfassung verabschiedet und Russland zu einer konstitutionellen Monarchie (Erste Revolution) umgewandelt.
Dies führte jedoch nicht zu einer dauerhaften Verbesserung der der sozialen Lage, die durch Russlands Teilnahme am Ersten Weltkrieg noch verschärft wurde. Im Februar 1917 kam es daraufhin zu Arbeiterprotesten, die sich schnell ausweiteten und zur Abdankung des Zaren führten (Februarrevolution). In der Folge kam es zu einer Doppelherrschaft von Provisorischer Regierung und dem Petrograder Sowjet.
Im Oktober 1917 gelang es dann den Bolschewiki die Macht in den Sowjets gewaltsam an sich zu reißen und die Provisorische Regierung zu stürzen (Oktoberrevolution). Russland sollte zunächst in einen sozialistischen Staat umgewandelt werden.

 


Abbildung: Wladimir Iljitsch Uljanow, gennant Lenin;
undatierte Fotographie, DHM, Berlin.

Aufgabe: Erkläre den Begriff Bolschewiki.

Antwort: Die Bolschewiki („Mehrheitler“) waren die von Lenin geführte revolutionäre Gruppe der russischen Sozialdemokraten. Sie entstand 1903 nachdem sich die Oppositionsgruppe der marxistischen Sozialdemokraten gespalten hatte.

Aufgabe: "Gemeinsames, einheitliches Ziel ist die Säuberung der russischen Erde von allem Ungeziefer." (Werke, Band 26, Berlin 1961, S. 412 f.)
Analysiere den Ausspruch Lenins von 1918 im Hinblick auf den Umgang mit politischen Gegnern. Wie stand Lenin zur Anwendung von Gewalt?

Antwort: Lenin bezeichnet politische Gegner als „Ungeziefer“. Die „Säuberung … von allem Ungeziefer“, d. h. die Beseitigung politischer Gegner, erklärt Lenin in seinem Ausspruch zum Ziel. Unter „Säuberung“ ist hier ein gewaltsames Vorgehen, d. h. Ermordung, zu verstehen. Lenin befürwortete also die Anwendung von Gewalt gegen politische Gegner.

 

 

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