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Achim Wohlgethan mit Dirk Schulze, |
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Kaum ein Buch könnte zurzeit aktueller sein
als Achim Wohlgethans Insiderbericht aus Afghanistan. Häufen sich doch
gerade in den letzten Monaten Reportagen in den Medien, die von oft
tödlich verlaufenden Übergriffen afghanischer Terrorgruppen auf die im
„befriedeten Norden“ Afghanistans agierenden ISAF-Truppen berichteten. In
Deutschland werden die Debatten um erweiterte Einsätze deutscher Truppen
in eben diesem Krisengebiet immer heftiger. Leider wird auch die Brisanz
dieser Einsätze nach wie vor heruntergespielt. Wobei auch so langsam dem
ignorantesten Deutschen klar werden müsste, dass es sich beim
Afghanistan-Einsatz nicht um Sandkastenspiele handeln dürfte. Genau mit diesem Bild räumt Achim Wohlgethan auf. Er ist ausgebildeter Hubschrauberpilot und Fallschirmjäger. 2002 wurde er zum ersten Mal mit einem der ersten Vorauskommandos für 4 Monate nach Afghanistan geschickt.
Eindringlich und sehr anschaulich beschreibt
Achim Wohlgethan, wie der Alltag der Soldaten in Kabul abläuft. Völlig
unvorbereitet werden die Soldaten nur mit notwendigster Ausrüstung und
meist noch nicht einmal mit dieser in ein Land gesandt, das
lebensfeindlicher kaum sein könnte. Achim Wohlgethan kommt für die meiste Zeit seines Einsatzes zu den niederländischen ISAF-Truppen und hat dadurch die Möglichkeit, dem Lagerleben zu entrinnen. In vielen gefährlichen und geheimen Missionen lernt er den Norden Afghanistans und seine Menschen kennen. Es sind nicht nur negative Einblicke. Gerade die liebenswerten Seiten der einfachen, aber tapferen und fleißigen Afghanen ringen ihm mit der Zeit einen tiefen Respekt vor diesen Menschen ab. Erschreckend ist immer wieder zu lesen, mit
welcher Ignoranz deutsche Soldaten von ihren Vorgesetzten, einschließlich
der Generalität im Heimatland, mit völlig unzureichender Ausrüstung in ein
tendenziell tödliches Feindesgebiet geschickt werden. Die Taliban
unterscheiden nicht zwischen Friedentruppen und kämpfenden Kommandos. Sie
leben um zu töten. Und es erscheint so absolut lächerlich, wenn deutschen
Soldaten verboten wird, das Gewehr deutlich präsent zu haben und anstelle
dessen mit „weißen Friedensfähnchen“ zu winken haben. Es zeugt von einer
gefährlichen Unkenntnis deutscher Generäle bezüglich des Grundcharakters
afghanischer Männer. Diese kennen nur ein Gesetz: das Gesetz der Waffen.
Waffen gehören für diese Menschen so selbstverständlich zum Mann-Sein wie
bei uns das Tragen einer Hose. In ihren Augen ist ein Mann, geschweige
denn ein Soldat, ein verachtenswerter Feigling, wenn er nicht stolz seine
Bewaffnung präsentiert. Das Buch ist außergewöhnlich spannend
geschrieben, gibt tiefe Einblicke in Land und Leute und bringt den Leser
dazu, sich intensiver mit der Thematik „Afghanistan“ auseinander zu
setzen. Noch mehr hoffen kann man allerdings, dass auch die deutsche Heeresführung bereit ist, das Buch zu lesen und daraus dringend erforderliche Konsequenzen zu ziehen, damit den deutschen Soldaten das Überleben der – wie Wohlgethan bereits 2002 voraussagte - immer härter werdenden Kämpfe ermöglicht wird. Birgitt Thomas
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