Lebenszeichen 2011

Autonomie und Selbstbestimmung

Bildkalender (DIN A3) der
Gesellschaft für bedrohte Völker e. V.

 

"Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht Mitmensch, wenn man sich nicht kennt."

Titus Maccius Plautus, Asinaria 495.

Diskriminierung, Internierung, Folter, Vertreibung, Völkermord ... was Menschen, nur weil sie anders sind oder zu den Wenigen gehören, nicht alles erleiden müssen durch die Hand anderer Menschen. Die Rechtfertigungen dafür sind ebenso vielfältig wie dumm.

Gegen diese weltweit verbreitete Dummheit, die sich oft auch als Rassismus oder Nationalismus Gehör zu verschaffen sucht, kämpft seit nunmehr über 40 Jahren die Gesellschaft für bedrohte Völker e. V. Die GfbV ist eine der größten nichtstaatlichen Minderheitenrechtsorganisationen und setzt sich weltweit für die die Rechte religiöser, sprachlicher und ethnischer Minderheiten ein. Die Gesellschaft unterstützt Minderheiten vor allem durch Informationskampagnen auf politischer (Lobbyarbeit) und gesellschaftlicher (z. B. durch Diskussionen, Vorträge und Ausstellungen) Ebene und  initiiert und unterstützt Entwicklungshilfeprojekte unter der Maßgabe "Hilfe zur Selbsthilfe".

Der neue Bildkalender Lebenszeichen 2011 der Gesellschaft für bedrohte Volker steht unter dem Motto Autonomie und Selbstverwaltung. Die Bestrebungen von Minderheiten nach regionaler Unabhängigkeit werden von den Regierungen der Mehrheitsgesellschaften oft mit großem Mistrauen verfolgt. Trotz der Erklärung über die Rechte von Personen, die zu einer nationalen oder ethischen, religiösen und sprachlichen Minderheit gehören, die 1992 von der UN-Vollversammlung verabschiedet wurde, werden die Rechte von Minderheiten in vielen Ländern der Erde ignoriert. Auf diese Missstände aufmerksam zu machen, aber auch um Erfolge im Kampf um die Durchsetzung der Rechte von Minderheiten zu dokumentieren, ist das Ziel des Kalenders.

Die insgesamt dreizehn Kalenderblätter sind sehr aufwendig und höchst informativ gestaltet. Eine Auswahl der Fotos findet sich auf der GfbV-Internetseite. Im Vorwort wird eine kurze Einführung in das Thema Autonomie und Selbstbestimmung im Rahmen des supranationalen und nationalen Rechts gegeben. Außerdem werden aktuelle Konflikte zwischen Minderheiten und Landesregierungen sowie aktuelle Hilfsprojekte vorgestellt. Eine Karte gibt einen guten Überblick über die Lebensräume der im Kalender vorgestellten Ethnien. Auf den folgenden zwölf Kalenderblättern werden die Ethnien zunächst mit Hilfe eines aussagekräftigen Fotos vorgestellt, dass sie oft in traditioneller Kleidung zu besonderen Anlässen oder auch in Alltagssituationen zeigt (Vorderseite). Auf den Kalenderblattrückseiten finden sich umfangreiche Informationen und weitere Bildmaterialien.

Besonders hervorzuheben ist, dass durch den Kalender Angehörige von Minderheiten und indigenen Völkern selbst zu Wort kommen. Es finden sich zahlreiche Statements und Beiträge von Betroffenen, die durch Artikel von Menschenrechtsaktivisten, die eng mit den Betroffenen zusammenarbeiten, ergänzt werden. Dadurch ist der Kalender nicht nur eine schöne Bilderschau, sondern vielmehr ein umfangreiches und fundiertes Informationsmedium zum Thema.

Aus diesem Grunde bietet sich das Material auch für den Einsatz im Unterricht an. Im Sozialkundeunterricht der Mittelstufe (Themenfeld Menschenrechte, 7./8. Klasse) regt es zu einer vertiefenden Auseinandersetzung mit Minderheitsrechten an. Schülerinnen und Schüler können anhand der Materialien eigene Vorträge, Präsentationen und Ausstellungen ausarbeiten und sich mit den Vertretern einer Ethnie und deren Anliegen speziell auseinandersetzten.
In der Oberstufe kann das Thema im Fach Politikwissenschaft sowohl im ersten Semester (Thema: Konflikt und Konsens) als auch im vierten Semester (Thema: Internationale Konflikte und Kriege) behandelt werden. Im Fach Geschichte bieten sich ebenfalls zahlreiche Einsatzmöglichkeiten an. Als ein Beispiel sein hier nur der Völkermord an den Herero und Nama im vom Deutschen Reich besetzten Namibia (damals Deutsch-Südwestafrika) genannt, der von unbelehrbaren Zeitgenossen immer noch geleugnet wird. Der Kalender und die Internetseite der GfbV bieten hier hervorragendes Material, um das Thema sachgerecht und kompetenzorientiert - auch mit aktuellen Bezügen (Entschädigungsfragen) - zu bearbeiten.
Durch die Darstellungsweise und die Materialien des Kalenders erhalten die Schülerinnen und Schüler einen umfassenden Einblick in aktuelle Probleme des Minderheitenschutzes auf nationaler und internationaler Ebene, lernen aber auch Beispiele für ein erfolgreiches Miteinander kennen. Hieraus können die Schüler ein kritisches Bewusstsein im Umgang mit Minderheiten und deren politischen Rechten entwickeln.

Mit dem Kauf des neuen Bildkalenders der Gesellschaft für bedrohte Völker unterstützen Sie deren Bemühungen, Minderheiten und indigenen Völkern Gehör zu verschaffen. Mit dem Einsatz der Materialien im Unterricht können Sie den Schülerinnen und Schülern ein wichtiges politisches Anliegen anschaulich vermitteln.

Den Kalender können Sie über den Onlineshop der GfbV e. V. zum Preis von 19,90 € zzgl. Versand bestellen. Eine Liste ausgewählter Geschäfte, in denen Sie den Kalender ebenfalls erwerben können, finden sie online.

Maik Hager

Links:

Internetseite der Gesellschaft für bedrohte Völker e. V.

umfangreiche Internetdatenbank der GfbV zu bedrohten Völkern und Gemeinschaften weltweit

Pogrom - Zeitschrift der GfbV e. V.

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