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Patrick Estrade,
Wir sind, was wir erinnern dem
Französischen übersetzt von Hanna van Laak, |
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Das Wort „Erinnerungen“ löst bei jedem
Menschen eine Flut von Gedankenbildern aus, die von unterschiedlichster
Couleur sein können: fröhliche, romantische, glückliche, aber auch
ängstliche bis traumatische. Manche Bilder kommen weit aus der
Vergangenheit, andere betreffen gerade mal das Gestern, und sicher gibt es
auch solche, die man gar nicht sehen will. Aber nicht diese Varianten spricht der französischer Psychologe und Psychotherapeut Patrick Estrade mit seinem überaus lesenswerten Buch an. Er nimmt einen ganz anderen Bezug zu Erinnerungen. |
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| Die Frage „Was macht meine Persönlichkeit aus?“ ist nicht so einfach zu beantworten. Und genau um diese Frage geht es in Estrades Buch. Gleich in den ersten Sätzen fordert Estrade den Leser seines Buches zu einem „Experiment“ auf. Ich werde dieses Experiment hier nicht detailgetreu beschreiben, da damit das Überraschungsmoment genommen würde. Aber ich empfehle jedem Leser, es mitzumachen, so sehr vielleicht auch eine innere Sperre vorliegt. | |
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Im Verlaufe seiner Beschreibungen kommt Estrade immer wieder auf dieses „Experiment“ zurück und es eröffnen sich in der Tat erstaunliche Einblicke in die eigene Persönlichkeit. Es ist absolut faszinierend zu erleben, so man denn bereit ist, sich wirklich intensiv mit dem angebotenen Gedankengut von Estrade auseinanderzusetzen, welche Einblicke sich in die augenblickliche Lebenssituation ergeben und wie sich manche Punkte unserer Persönlichkeiten in einer neuen Klarheit ausbreiten. Im ersten Teil des Buches erklärt Estrade den Unterschied zwischen Träumen und Erinnerungen und nimmt dabei Bezug auf namhafte Psychologen wie beispielsweise Siegmund Freud und Alfred Adler. Er gibt grundsätzliche Erklärungen zum Thema „Erinnerungen“, die aus der altbekannten Psychoanalytik kommen, aber nimmt auch Stellung zu den neusten Forschungsergebnissen aus dem Bereich der Neurowissenschaften. Was mir besonders positiv an den Ausführungen von Estrade auffiel: er benutzt durchaus Fachbegriffe aus der Psychoanalytik , aber lässt keinen Begriff unerklärt. Damit wird das Buch auch für einen Laien absolut verständlich und leicht lesbar. Erst im zweiten Teil des Buches kommt Estrade auf das geforderte Experiment zurück und beginnt mit seinen Erläuterungen und Aufschlüssen. Spätestens jetzt wird es jeder Leser, der sich nicht daran beteiligt hat, bereuen. Estrade führt den Leser Schritt für Schritt zum Verständnis und zur Deutung eigener Erinnerungen. Es ist erstaunlich zu lernen, dass es zu dem Thema „Erinnerungen“, die ja durchsetzt sind mit Unwägbarkeiten aller Art, dennoch Leitpfade gibt die statisch und somit für so gut wie alle Erinnerungen anwendbar sind. Im letzten Teil des Buches geht Estrade speziell auf extrem belastende Erinnerungen ein, wie sie bei schwer traumatisierten Menschen zu finden sind. Es ist absolut nicht sein Ziel, diese zu wecken und er warnt auch davor. Diese gehören in die geschützte Therapie. So versäumt es Erstrade auch nicht, am Ende seines Buches einige Tipps an die Therapeuten zu geben, die sich mit dem Thema „Erinnerungen“ in ihrem Berufsalltag auseinander setzen müssen. Für jeden Menschen, der grundsätzlich ein Interesse am Erkennen des eigenen „Ichs“ hat oder sich in einer Lebensphase bzw. Lebenssituation befindet, die er nicht versteht oder die ihm seelische Konflikte beschert, ist dieses Buch absolut empfehlenswert und hilfsreich. Darüber hinaus ist es auch noch wirklich spannend und leicht verständlich geschrieben. Man ist nach Beendigung des Buches zwar kein „neuer“ Mensch, aber kennt den „alten“ ein wenig besser. Birgitt Thomas Links
Weitere Informationen zum Autor Patrick Estrade und Leseprobe des Buches |
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